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Was sind Ihre konkreten Aufgaben? Ursprünglich war ich in der Abteilung Strahlenschutz tätig. Inzwischen bin ich Projektleiter Lösungsfassung. Bei meiner Arbeit geht es darum, die Lösungsfassung, also das Auffangen des Salzwassers, welches in das Bergwerk eintritt, in der Südflanke der Asse wieder zu stabilisieren. Das ist der sogenannte Hauptlösungszutritt. Im Jahr 2024 hat sich die Lösungsfassung von der 658-m-Sohle auf die 725-m-Sohle verlagert. Es werden aktuell mehrere Maßnahmen im Bergwerk umgesetzt, um wieder eine stabile Lösungsfassung herzustellen. Meine Aufgabe ist es, die verschiedenen Arbeiten zu koordinieren und sicherzustellen, dass alle Fachleute bei den Entscheidungen mit eingebunden werden.
Wie ist die aktuelle Situation der Lösungsfassung ins Bergwerk? Es ist uns gelungen, durch das Stoßen von Bohrungen knapp unterhalb der ehemaligen Hauptfassungsstelle einen Großteil der ins Bergwerk eintretenden Lösung wieder auf der 658-m-Sohle zu fassen. Aktuell pumpen wir mit Schläuchen rund zehn bis elf Kubikmeter Lösung pro Tag aus den Bohrlöchern ab. Das entspricht beinahe der Menge, die vor 2024 noch an der Hauptfassungsstelle gefasst wurde. Weiterhin wird eine geringere Menge an Lösung auf der 725-m-Sohle gefasst. Allerdings ist diese Form der Lösungsfassung sehr instabil und bereits mehrfach in den Bohrungen kurzzeitig zum Erliegen gekommen. Deswegen arbeiten wir parallel an einer Verbesserung der Situation, indem wir einen Zugang zu den vermuteten Fließwegen des Salzwassers schaffen. Dadurch sollen die tieferen Grubenbereiche langfristig vor Durchfeuchtung geschützt werden.
Welche Berührungspunkte hatten Sie mit dem Thema, bevor Sie zur BGE gekommen sind? Während meines Studiums in Hannover habe ich Vorlesungen am Institut für Radiologie und Strahlenschutz besucht. Dabei wurde auch das Thema „radioaktive Abfälle“ behandelt und über die Asse gesprochen. Bereits damals wurde mir klar: Neben den zahlreichen technischen Herausforderungen der Asse ist das auch ein hochpolitisches Thema – spannend!
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