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Liebe Leser*innen,
am 14. April haben wir den Anwesenden im Dorfgemeinschaftshaus Remlingen einiges zugemutet. Ich sage es offen: Die „Asse Aktuell“ war für alle Beteiligten keine einfache Veranstaltung.
Das zeigte sich bereits im ersten Vortrag: Der für 2033 angestrebte Beginn der Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II ist nicht mehr zu halten. Der Bau des neuen Schachts Asse 5, über den später die radioaktiven Abfälle nach oben transportiert werden sollen, bestimmt den Zeitplan. Mit der Einsatzbereitschaft der neuen Schachtförderanlage Schacht Asse 5 ist erst im Jahr 2039 zu rechnen. Erst danach kann mit der Auffahrung des Rückholbergwerks und der Einrichtung der Technik unter Tage für die Rückholung begonnen werden. Wann die Rückholung genau beginnen kann, lässt sich derzeit nicht belastbar sagen.
Auch die Vorstellung der Ergebnisse der weiterentwickelten Konsequenzenanalysen – die Bewertung, welche radiologischen Konsequenzen es hätte, wenn die Rückholung aufgrund eines nicht beherrschbaren Lösungszutritts abgebrochen werden müsste – hielt Zumutungen bereit. Durch das neue Gebirgsmodell zeigt sich, dass die wesentliche Übertrittsstelle nicht mehr in Wittmar oder im Tal der Ammerbeek liegt, sondern im Bereich von Groß Denkte, rund vier Kilometer westlich des Bestandsbergwerks. Hier würde sich nach rund 2.500 Jahren eine maximale Dosis für die Bevölkerung von 20 Mikrosievert pro Jahr ergeben. Danach sind die Werte wieder geringer. Die Werte gelten jedoch nur, wenn die Notfallplanung vollständig umgesetzt ist. Bei unvollständiger Umsetzung der Notfallplanung ist mit höheren Dosen zu rechnen. Der Dosiswert bei vollständiger Umsetzung der Notfallplanung liegt im ähnlichen Wertebereich wie bei der Berechnung 2025, allerdings zeigt sich bei den aktuellen Berechnungen, dass fast alle Einlagerungsbereiche den gleichen Anteil an der Dosis haben. Im vergangenen Jahr dominierte die Kammer mit den mittelradioaktiven Abfällen die Dosis. Das hat sich bei den aktuellen Berechnungen, die mit mehr Radionukliden gerechnet haben, nicht mehr ergeben.
Die Veranstaltung hat es gezeigt: Die Schachtanlage Asse II ist für uns alle eine Herausforderung. Mein Anspruch ist, die Fakten offen auf den Tisch zu legen, damit alle auf dem gleichen Wissensstand miteinander reden können. Denn die Herausforderungen der Asse können wir nur gemeinsam lösen – auch wenn sie Zumutungen mit sich bringen.
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